Neandertalerin.
Wie man an der seit Tagen wieder eingeführten Groß- und Kleinschreibung sehen kann, ist mein Arm wieder funktionsfähig. Die Bewegungsfähigkeit an der Schulter ist zwar noch minimal eingeschränkt, aber alles in allem ist erstaunlich, dass der Heilungsprozess sogar schneller verlief, als dies die Ärzte prognostizierten. Sie hatten ja auch gemeint, ich bräuchte unbedingt Physiotherapie, schon alleine wegen des teilweise abgerissenen Muskels. Ich schwankte immer mal wieder, ob ich das nun vernünftigerweise vielleicht wirklich machen sollte, aber nachdem ich beim Orthopäden bereits den ersten Folgetermin nach dem Röntgen hatte sausen lassen ("Leider muss ich den Termin absagen; ich melde mich dann in den nächsten Tagen, um einen neuen Termin zu vereinbaren" - und schnell aufgelegt), erledigte sich die Frage nach der Krankengymnastik fast schon von alleine, denn um sie verschrieben zu bekommen, hätte ich ja noch mindestens einmal zum Orthopäden gemusst, und das war mir dann doch alles zu viel Aufwand. Also machte ich Zuhause selbsterfundene Übungen, die ich jeden Tag etwas ausdehnte, und wechselte nur Tage nach dem Unfall mitsamt Gilchrist-Verband schon wieder Johns Windeln. Überhaupt musste ich den Arm durch den Umgang mit John so viel bewegen, dass ich nie dazu kam, dauerhaft eine muskelschwindende Schonhaltung zu entwickeln. "Der Neandertaler hat sich auch ständig was gebrochen und dann keine Physiotherapie gemacht": solche Gedanken stießen in meinem Kopf durchaus auf Wohlwollen. Ob meine Faulheit mein Unwille, mit dem System zu kooperieren, am Ende wirklich okay sein würde, wusste ich nicht, aber jetzt kann ich sagen, dass es gut ging, sogar mehr als gut, dazu noch schneller als vorausgesagt, und jeder gesparte Arzt-, Physio- oder sonstiger Therapeutenbesuch ist ja Gold in den wohlbefindlichen Kammern der Seele.
wasweissich Zu heiss geduscht - 18. Feb, 13:46
