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Jetzt bin ich längst zurück in Berlin, heute hat die Kita ihren Dienst wieder aufgenommen, Einzelfallhelfer und Babysitter sind ebenfalls zurück in der Stadt und werden beide heute Nachmittag respektive heute Abend noch zum Einsatz kommen, ich arbeite wieder und freue mich später aufs Theater, der routinelose Taumel hat Gott sei Dank ein Ende, und ich muss gerade daran zurückdenken, dass wir zwischen den Jahren in Oldenburg den Film "Liebe braucht keine Ferien" (The Holiday) ansahen. In Oldenburg geht das ja nur synchronisiert. In einem Teil der Handlung, der von den Briten gespielt wurde, war anfangs zweimal "bumsen" übersetzt worden. In einem Teil der Handlung, der von den Amerikanern gespielt wurde, hieß es "vögeln". Ich schätze mal, dass im Original die Briten "shag" und die Amerikaner "fuck" sagten und man irgendwie diesen Unterschied mit in die Übersetzung transportieren wollte. Das funktioniert natürlich überhaupt nicht: unterschiedliches Englisch ist in einer gedubbten Synchronisation einfach nicht übertragbar. Als normaler Zuschauer bemerkt man sicher nicht, was das soll. Stattdessen wirkte es äußerst deplaziert, dass da Leute mit Mitte 30 "bumsen" sagen sollen. Das nahm man den Figuren kein bisschen ab. Kein Mensch sagt bumsen (gut, außer vielleicht pubertierende Türken im Wedding, die einem auf der Straße entgegenkommen und sagen: "Mein Freund möchte mit Dir bumsen", aber eben nicht Kate Winslet- und Jude Law-Charaktere Mitte 30). In unserer Generation streitet man sich vielleicht höchstens darüber, ob man "ficken" oder "vögeln" sagt. Als sich später im Film die beiden britisch-amerikanischen Paare bildeten, sprach man von "Sex haben", das sollte dann wohl die interkulturelle Variante sein. Wobei ich das als Übersetzerproblematik gar nicht herunterspielen will. Erst beim vorletzten Übersetzerstammtisch haben wir uns darüber unterhalten, dass Begriffe aus der Sexualität schwer zu übersetzen sind. (Und wenn einem dann das Lektorat im Verlag "ficken" in "Sex haben" umlektoriert, dann hat man sowieso Pech gehabt, wie J. erzählte.) Schwierig, alles. Aber in "Liebe braucht keine Ferien" definitiv sehr schlecht gelöst.

[Hoffentlich bringt mir dieses Posting keinen Spam und blöde Googletreffer ein – dann lösche ich es wieder.]

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