Zwei Nächte aus der Hölle

I
Vorletzte Nacht war John von 1 Uhr bis 4 Uhr nachts wach. Er kippte die Wasserflasche auf dem Sofa aus, sprang herum, ließ mich auch nicht schlafen und ich war so müde, und wieder einmal mitten aus dem Tiefschlaf gerissen. Irgendwann schloss ich mich mit ihm in seinem Zimmer ein, legte mich in sein Bett und ließ ihn in dem Zimmer spielen. Sein Zimmer ist so gestaltet, dass da nichts passieren kann. Dann aber fing er an, mit der Zunge und dem Mund seine typisch stereotypen Geräusche zu machen – und hörte und hörte nicht auf. Diese Geräusche sind schon im ausgeschlafenen Wachzustand kaum zu ertragen, aber nach einer schon halb durchkämpften Nacht und mit Schlafmangel sind sie wie Folter. Jack Bauer hätte mit mir als Kollegin große, große Sorgen: ich hätte schon da alles unterschrieben, nur damit das aufhört. Nicht leicht im Übrigen, dabei immer die Ruhe zu bewahren und nicht in irgendeiner Form aggressiv zu werden. Das ist mein Weg zur Stoikerin ("Für den einzelnen Menschen gilt es, seinen Platz in dieser Ordnung zu erkennen und auszufüllen, indem er durch die Einübung emotionaler Selbstbeherrschung sein Los zu akzeptieren lernt und mit Hilfe von Gelassenheit und Seelenruhe zur Weisheit strebt.")

II
Letzte Nacht nun schlief das Kind und was mache ich? Ich träume von einer riesigen, bedrohlichen Spinne und wache panisch auf. Hä? Schnell mal googeln. Nunja. Ich trinke etwas Wasser, stelle den Ventilator an, vielleicht liegt das alles nur an der Hitze? Ich schlafe mit Mühe wieder ein, nur um zu träumen, dass sich meine Eltern scheiden lassen! Eben war "die Welt" noch in Ordnung, aber als ich in die Heimat fahre, um meine Eltern zu besuchen, treffe ich völlig unerwartet auf langwierige Diskussionen und bevor sich irgendetwas entscheidet, wache ich auf. Wieder Wasser trinken, der Ventilator wird abgeschaltet, der bringt ja wohl gar nichts. Ich schlafe mit Mühe wieder ein, befinde mich nun im Haus einer Freundin in München (interessant, denn seit sie das Haus gebaut haben, habe ich sie noch gar nicht besucht – sieht im Traum aber sehr schön aus), alles läuft soweit gut, bis ich mit ihrem Sohn nach draußen gehe und ihn verliere. Er ist nirgendwo zu sehen und als ich zu ihr nachhause zurückkehre, um ihr das zu beichten, hat mein Sohn die unbeaufsichtigte Gelegenheit genutzt, selbst wegzulaufen, beide Kinder sind nun wie vom Erdboden verschluckt. Natürlich aufgewacht, bevor auch nur einer wiedergefunden wurde. Wie sagt Kathy Griffin in "Allegedly": "I'm sick of people telling me to be positive. I'd like to be positive sometimes, I just don't have the time. I'm way too busy being negative."

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