Pankaj Mishra, nochmal
"Im Zeitalter der Globalisierung gibt es tatsächlich keine dringlichere und lohnendere Aufgabe als die Provinzialisierung des Westens."
Mishra leitet diese Überzeugung in dem langen Vortrag natürlich hinreichend her, von Herodot über Herder, Hegel, Marx und die Geschichte der Modernität, aber ich bin mir nicht sicher, ob er mit seinem Plädoyer dieser Idee eines neuen Orientalismus - für mehr Irrationalität und weniger Vernunft - den Bogen nicht etwas überspannt. Sicherlich ermöglicht Vielfalt eine viel bessere Zukunft als die zunehmende Konformität und der Uniformitätszwang unserer westlichen Welt. Wenn man sich aber zu sehr wieder in die Irrationalität begibt (wofür er ein paar Beispiele nennt, z.B. das eines Gurus, der mit silberbekleideten Gefolgsleuten ärgerlicherweise an dem Sicherheitscheck im Flughafen scheitert), dann verliert man auch Errungenschaften der Vernunft.
Ich denke hier natürlich sofort daran, dass kranke und behinderte Menschen in provinziellen und pseudo-spirituellen Zusammenhängen oft als Fluch (oder wahlweise Ehre) betrachtet werden, heilender Schamanismus kommt schnell ins Spiel etc. Ich finde, dass den Betroffenen wie auch den Angehörigen damit nicht geholfen wird. Ich lobe mir da doch eine vernunftorientierte Welt, in der man die Dinge und die Menschen so nimmt, wie sie sind. Mal ganz abgesehen davon, dass ich einer Provinzialisierung deshalb skeptisch gegenüberstehe, weil ich selbst gelernt habe, dass ich mich in einer zu provinziellen Lebensart dauerhaft nicht wohlfühle.
Aber ich verstehe natürlich Mishras Einwände gut. Und vielleicht muss da auch ein starkes Gegenkonzept her. Nur letztlich würde, wie meistens, ein Mittelweg wahrscheinlich am besten sein.
Mishra leitet diese Überzeugung in dem langen Vortrag natürlich hinreichend her, von Herodot über Herder, Hegel, Marx und die Geschichte der Modernität, aber ich bin mir nicht sicher, ob er mit seinem Plädoyer dieser Idee eines neuen Orientalismus - für mehr Irrationalität und weniger Vernunft - den Bogen nicht etwas überspannt. Sicherlich ermöglicht Vielfalt eine viel bessere Zukunft als die zunehmende Konformität und der Uniformitätszwang unserer westlichen Welt. Wenn man sich aber zu sehr wieder in die Irrationalität begibt (wofür er ein paar Beispiele nennt, z.B. das eines Gurus, der mit silberbekleideten Gefolgsleuten ärgerlicherweise an dem Sicherheitscheck im Flughafen scheitert), dann verliert man auch Errungenschaften der Vernunft.
Ich denke hier natürlich sofort daran, dass kranke und behinderte Menschen in provinziellen und pseudo-spirituellen Zusammenhängen oft als Fluch (oder wahlweise Ehre) betrachtet werden, heilender Schamanismus kommt schnell ins Spiel etc. Ich finde, dass den Betroffenen wie auch den Angehörigen damit nicht geholfen wird. Ich lobe mir da doch eine vernunftorientierte Welt, in der man die Dinge und die Menschen so nimmt, wie sie sind. Mal ganz abgesehen davon, dass ich einer Provinzialisierung deshalb skeptisch gegenüberstehe, weil ich selbst gelernt habe, dass ich mich in einer zu provinziellen Lebensart dauerhaft nicht wohlfühle.
Aber ich verstehe natürlich Mishras Einwände gut. Und vielleicht muss da auch ein starkes Gegenkonzept her. Nur letztlich würde, wie meistens, ein Mittelweg wahrscheinlich am besten sein.
wasweissich Texte (ungeordnet) - 29. Jun, 11:49

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